Rappenverkäufe – 1737

Die Bierstube zum Rappen war früher immer wieder auch der „Rabenwirth“. Wenn man in den Archiven so liest, wars wohl nie die feinste Adresse, und manchmal musste dann halt auch verkauft werden – oder aber schnell die Wirtstochter unter die Haube gebracht:

(Transkript, mit Dank an den Mindelheimer Stadtarchivar Andreas Steigerwald:)

Supplication: Balthasar Groz, Schreiner und Anwaldt der Andreas Kirchmayrs Hausfrau erscheint vor Rhat und bittet gehorsamblich, mit Verkhauffung der Rappen-Wirthschafft einen 4-woechentlichen obrigkeitlichen Stillstand zue halten, in welcher die vorhandene loedige Tochter ainen Heyraths-Anstand hierauf bekhommen möchte, womit die Schuldner contentiert würden.
Resolution: Die Dillation solle auf 4 Wochen zuegestanden, entgegen sye gehalten und schuldig seyn, auf Mitl und Weeg zuetrachten, damit die Schuldner bezahlt werden.

Kurzum: Die Besitzerin hat 1737 um Aufschub des Zwangsverkaufs gebeten, um in vier Wochen die ledige Tochter zu verheiraten, um mit der Mitgift die Schulden zu bezahlen.

 

Archivalische Quelle: STAMind., Inv.-Nr.: II A 1 (1737): „Rhats-Protocoll
der Churfürstlich-Bayrischen Statt Mündelhaimb pro anno 1737“